Der Industrielle Otto Gürth, damaliger Eigner der Brauerei Gürth, beschloss im Jahr 1889 den Bau einer neuen Gaststätte mit großem Saal. Dieses Ansinnen war nicht zuletzt dem Gedanken geschuldet, dass Weißenfels um 1880 anstrebte eine Kur- und Badestadt zu werden. Gürth, der dies unterstützte und gleichsam sein hauseigenes Lokal im großen Stil errichten wollte, fand hier die Möglichkeit beides zu tun. Schon 1890 war der Bau vollendet und wurde feierlich eingeweiht.
Besonders gelungen ist die Ausschmückung im Inneren. Auch wenn vom einstigen Glanz des noblen Hauses nur noch Spuren zu erkennen sind, sind diese dennoch ebenso eindrucksvoll. Neben einem großen Festsaal, der drei Etagen einnahm, fanden sich - der Zeit entsprechend - Damen- und Herrensalon, ein Rauchzimmer und kleinere Räumlichkeiten die man von dem großen Gasträumen abtrennen konnte. Eine riesige Küche mit angrenzendem Kühlraum ebenso wie eine komplette Unterkellerung des Areals ermöglichten die Versorgung der Gäste.
Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurde der schöne Bau als Lazarett genutzt. Der Versuch, die Gaststätte nach dem Weltkrieg wiederzubeleben, scheiterte an dem Desinteresse der Stadtverwaltung. Um das Jahr 1919 verkaufte man daher das Gebäude an die Firma J. Link.
Diese Traditionsfirma gründete 1875 der Drechsler Johannes Link als „Sonor in Weißenfels“. Er wurde schnell zum gefragten Hersteller von Natur-Trommelfellen und Militärtrommeln. Bereits drei Jahre später baute das Unternehmen seine Produktionsstätte aus und zog in die Leipziger Straße um. Zur Jahrhundertwende begann man, Pauken, Xylophone, Becken, Triangeln und kleinere Schlaginstrumente herzustellen. 1907 wurde Sonor als Markenzeichen beim Kaiserlichen Patentamt in München eingetragen. Als 1914 der Gründer der Firma Johannes Link starb, übernahm sein Sohn Otto Link das Unternehmen.
Er knüpfte an den väterlichen Erfolg an, doch am 17. Juni 1919 zerstörte ein Großbrand große Teile des Sonor Stammsitzes in der Leipziger Straße. Der Verkauf der Gaststätte "Etablissement-Bad" kam daher zu einem perfekten Zeitpunkt. Hier nahm man den Betrieb schnell wieder auf und wurde in den Folgejahren mit seinem hohen Qualitätsstandard Marktführer in Europa. Otto Link beschäftigte 1925 etwa 145 Mitarbeiter. Mit den ständigen Produkterweiterungen, Verbesserungen im Klangverhalten und Designänderungen bei gleichbleibender Qualität wurde Sonor bald weltweit führender Hersteller für Schlaginstrumente.
Die Wirtschaftskrise in den 1920er Jahren ging auch hier nicht spurlos vorüber. 1929 machte sich ein Rückgang des Geschäftes bemerkbar. Bis 1932 reagierte man mit Entlassungen, so dass nur noch 52 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt werden konnten. Trotz des aufkommenden Zweiten Weltkriegs (1939-1945) arbeitete das Unternehmen auf Hochtouren. 1946/47 stellte man die Produktion auf Nebenartikel aus Kriegsmaterial um. Nach 1950 wechselte das Sortiment in einen neuen Sektor und man stellte nun hauptsächlich Marsch- und Jugendtrommeln her.
1952 folgte die Zwangsenteignung und Otto Link wurde festgenommen. Der ehemalige Sonor-Firmensitz wurde in den Folgejahren verstaatlicht und zu TROWA (VEB Trommelwaren). Otto Link und seiner Familie gelang die Flucht aus der DDR nach West-Deutschland wo sie das Unternehmen Sonor im westfälischen Bad Berleburg neu aufbauten.
Mit den verblieben 54 Mitarbeitern der alten Sonor Belegschaft stellte TROWA weiterhin Schlaginstrumente her. Ab Mitte der 1970er Jahre wurden Produkte unter dem Namen TACTON (Takt und Ton) hergestellt. Am 20. Juni 1991 erfolgte die Versteigerung der Konkursmasse des VEB TROWA Unternehmens und es wurde zehn Tage später geschlossen.
Ende 2015 wurde begonnen das Gebäude zu entrümpeln und es wurde in der Folgezeit saniert.