Friedrich Moritz Hill wurde am 8. Dezember 1805 in Reichenbach im Eulengebirge geboren und von 1823 bis 1825 in der Waisen- und Schulanstalt Bunzlau zum Lehrer ausgebildet. Nach seiner Tätigkeit als Hilfslehrer im Bunzlauer Waisenhaus absolvierte er ein weiterführendes Studium in Berlin und wurde dort im Jahr 1829 in die Taubstummenanstalt überwiesen, um dort eine weitere Spezialisierung zu erhalten.
Er kam aber bereits ein Jahr später als "erster Lehrer" nach Weißenfels und wurde dort Leiter der Taubstummenanstalt, die erst im Jägerhof und später in der Langendorfer Straße untergebracht war. Hill, der bis kurz vor seinem Tod am 30. September 1874 die Leitung innehatte, erlangte mit seinen neuen Ansätzen weltweite Beachtung und wies zahlreiche Taubstummenlehrer in seine Methoden ein, informierte sich aber auch umfassend über deren Lehrmethoden. In seiner Form der Sprachartikulation und des Taubstummen-Unterrichts war Hill ein Vorreiter und folgte neuen Ansätzen der Pädagogik, indem er nur die Elemente übernahm, die ihm sinnvoll erschienen, wie man z. B. in Eduard Walthers Geschichte des Taubstummen-Bildungswesens unter besonderer Berücksichtigung der Entwickelung des deutschen Taubstummen-Unterrichtes (Bielefeld 1882, S. 285 ff.) nachlesen kann.
Er verfasste zahlreiche Artikel, aber auch Bücher wie die Vollständige Anleitung zum Unterricht taubstummer Kinder im mechanischen Sprechen, Absehen, Schreiben und Lesen für Volksschullehrer (Essen 1839; 2. Auflage 1872), deren zweiter Band (Anleitung zum Sprachunterrichte taubstummer Kinder, Essen 1840) den Taubstummen-Unterricht revolutionieren sollte, oder die Beleuchtung der in den preußischen Gesetzen enthaltenen singulären Bestimmungen in Betreff taubstummer Personen, nebst darauf bezüglichen Verbesserungs-Vorschlägen (Leipzig 1861).
Eine Büste wurde 1905 anlässlich seines 100. Geburtstag vom Weißenfelser Verschönerungsverein gestiftet und vor der Taubstummenanstalt in der Langendorfer Straße aufgestellt. Während des 2. Weltkriegs wurde sie demontiert und in den Kellerräumen der Anstalt "verlegt" und entkam so der Zerstörung durch das Kriegsministerium. Im Jahr 1949 wurde die Büste wiederentdeckt auf einen "neuen" Sandsteinsockel gestellt und an ihren heutigen Platz verbracht.